Von all unseren Sinnesorganen ist der Geruchssinn am besten ausgeprägt. Düfte können Erinnerungen wecken und somit ist es auch nicht verwunderlich, dass die Wahl unseres Duftes meist von den Emotionen abhängt und spiegelt unsere Persönlichkeit wieder.

Der Parfümeur – auch „die Nase“ genannt
Er ist quasi ein Künstler und entwirft den Duft. Mit einer Auswahl an Rohstoffen und einer Präzisionswaage kreiert durch Experimentieren mit unterschiedlichen Dosierungen ein Parfüm. Besonders wichtig ist daher sein Geruchssinn, denn er kann ca. 3.000 verschiedene Düfte unterscheiden. Ausgebildet werden „die Nasen“ meistens im französischen Grasse, der Welthauptstadt der Düfte.

Duft-Konzentration
Die konzentrierteste Form eines Duftes, mit einer 20%igen Konzentration an Duftstoffen, ist das „Parfum“ bzw. der „Extrakt“. Hier genügt es bereits einige Tropfen auf Handgelenke, Armbeugen, Nacken, Haar oder Dekolleté aufzutragen, damit es sich entfalten kann. Die nächste kleinere Stufe mit einer 15%igen Konzentration an Duftstoffen ist das „Eau de Parfum“. Es verleiht einen ausdrucksstarken und doch zugleich zarten Duft. Die wohl bekannteste Form, mit einer 10%igen Konzentration an Duftstoffen, ist das „Eau de Toilette“. Es ist frischer als das Parfum, hält aber im Gegensatz dazu leider nicht so lange an. Es lässt sich leicht auf Haut, Kleider oder Haare aufsprühen.

Die Duft-Pyramide
Ein Parfüm setzt sich meist aus 150-250 einzelnen Bestandteilen zusammen, die in verschiedene Noten aufgeteilt werden.

Kopfnote: Die Kopfnote nimmt man zuerst wahr. Sie hat eine Haftzeit von ca. 2 Stunden, somit verfliegt sie sehr schnell. Genutzt werden für sie meist prickelnde Noten wie Zitrone, Bergamotte, Orange oder Neroli.

Herznote: Diese Note hält ca. 3 bis 4 Stunden. Als Duftnoten werden oft Jasmin, Rose und Veilchen verwendet.

Basisnote: Die Basisnote ist das Fundament eines Duftes, auf ihr bauen die Kopf- und Herznote auf. Sie haftet bis zu 24 Stunden. Die für diese Note verwendeten Rohstoffe sind oftmals Patschuli, Opoponax, Rosen-Absolue, balsamisch duftende Ingredienzen, Vanille oder Sandelholz.

Wahl des richtigen Parfums
Mit Parfüm soll die persönliche Note unterstrichen werden und deshalb sollte man darauf achten, dass der gewählte Duft den Charakter wiederspiegelt. Ein weiteres Auswahlkriterium ist die mögliche Wirkung auf das Umfeld, soll er z.B. stark auffallen, wählt man einen penetranten Duft. Beim Kauf sollte man vorher keinen anderen Duft, auch in Form von Seifen, Cremes oder Duschgel auftragen. Aber auch stark gewürzte Speisen können unsere Wahrnehmung trüben. Des Weiteren sollte man nicht mehr als fünf verschiedene Düfte an einem Tag probieren. Zusätzlich muss zwischen dem Probieren von Düften eine kleine Ruhephase für die Nase eingelegt werden, damit sich diese wieder neutralisiert. Im Übrigen brauchen Düfte eine ganze Weile um sich komplett zu entfalten, sodass man sich etwas Zeit lassen sollte, bevor man sich endgültig entscheidet. Sprühen sie z.B. ihren Favoriten auf das Handgelenk und setzen Sie Ihren Einkaufsbummel erst einmal fort. Gefällt der Duft nach ca. 1 Stunde immer noch, kann man ruhig zugreifen.

Bei stark fettender Haut sollte man sparsam mit Parfüm umgehen, da dieses sich dort schneller entfaltet und man dadurch eventuell zu viel Parfüm aufträgt. Bei trockener Haut kann man hingegen das Parfüm auch mehrmals am Tag auftragen, denn die Duftkraft lässt schneller nach.

Sollte man sich einfach nicht entscheiden können, gibt es im Internet jetzt schon sogenannte „Parfümtypentests“, bei denen durch Beantwortung von Fragen eine zum Typen passende Duftrichtung vorgeschlagen wird.

Auftragen von Parfüm
Da sich Parfüm auf der Haut am besten entfaltet, sollte es nicht auf Kleidung aufgetragen werden, zudem könnten dort auch Flecken entstehen. Da die Haut unter Schmuck schwitzt und Düfte sich in Kontakt mit Schweiß negativ verändern, sollte man es ebenfalls vermeiden dort ein Parfüm aufzutragen. Beim Einsprühen mindestens einen Abstand von 30 cm zu den Hautpartien halten. Aufgetragen werden sollte es an Stellen, bei denen das Blut pulsiert – also Handgelenke, Kniebeuge, Ellenbogen und der Nacken. In frisch gewaschenem Haar riecht Parfüm ebenfalls sehr gut.

Gewohnheit der Nase
Unsere Nase gewöhnt sich schnell an Gerüche, sodass man oftmals denkt, dass der aufgetragene Duft bereits verflogen ist und man sich dadurch nochmals einsprüht, was schnell zu einer Überparfümierung führt. Um die eigene Nase und aber auch die der Mitmenschen nicht zu stark an einen Geruch zu gewöhnen, kann man auch mal das Parfüm wechseln.

Zu starkes Parfüm
Sollte das Parfüm zu stark duften kann man dieses mit destilliertem Wasser verdünnen. Dafür sollte es aber eine ca. 90%-ige Alkoholmischung enthalten. Dabei aber vorsichtig vorgehen und nicht gleich übertreiben, sondern in kleinen Schritten mit kleinen Mengen beginnen. Sollte es immer noch zu stark sein, kann man immer noch etwas nachschütten.

Merkt man selbst, dass man sich das Parfüm zu stark aufgetragen hat, kann man dieses durch Überreiben mit einem warmen, feuchten Lappen etwas verdünnen.

Des Weiteren entfalten sich Düfte im Sommer schneller und wirken dadurch viel intensiver. Leider verfliegen sie aber auch schneller.

Aufbewahrung bzw. Haltbarkeit von Parfüm
Eine starke negative Wirkung auf Parfüm haben Licht und Hitze. Besonders bereits geöffnete Flakons sind anfällig. Am besten den Duft also an kühlen, dunklen Orten aufbewahren – ideal ist dabei der Kühlschrank. Düfte, die in Flakons mit einem Zerstäuber abgefüllt sind, halten sich wesentlich länger, da dieser nicht soviel Luft in das Fläschchen lässt. Positiver Nebeneffekt von Zerstäubern ist, dass das Risiko vermieden wird, das Parfüm durch Hautkontakt zu verunreinigen.

Duftrichtungen
Blumig – Diese Duftrichtung spricht hauptsächlich Personen an, die das Aroma eines Blumenbouquets oder von einzelnen Blüten mögen.

Grün – Diese Düfte riechen frisch und natürlich, und erinnern an saftiges Gras oder blühende Wiesen.

Citrus-Düfte – Durch die spritzige, belebende Wirkung dieses Duftes wird der ein oder andere an den letzten Südseeurlaub erinnert. Oftmals in ihnen enthalten sind Orange oder Bergamotte. Des Weiteren eigenen sich die Düfte meist auch für Männer.

Orientalische Düfte – Sie riechen meist nach Moschus, edlen Hölzern oder Vanilleessenzen.

Aromatische Parfüms – Hier sind meist frische Kräuter und Gewürze enthalten, wie z.B. Rosmarin oder Salbei. Diese Duftrichtung ist auch für den Herrn geeignet.

Holzige Düfte – Bei dieser Duftnote werden oft Sandelholz oder Patchouli verwendet. Sie wirken oft stark und dominant.