Die Akupressur fand ihren Ursprung bereits 3000 vor Christus. Schon damals ging man davon aus, dass der Körper auf einige Punkt besonders empfindlich reagiert und diese Punkte auf den Energieleitbahnen des Körpers, also den Meridianen, liegen. Allgemein gibt es 361 dieser Punkte. Laut der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCN) gibt es 12 Hauptmeridiane, die im kompletten Körper verteilt und mit den Organen verbunden sind. Weiterhin sind 8 Sondermeridiane mit den Körperfunktionen verbunden. Die beiden wichtigsten sind zum einen das Lenkergefäß, welches von der Oberlippe über Kopf und Rücken bis zum Dammbereich reicht, und das Konzeptionsgefäß, welches vom Damm über Bauch und Brust bis zur Unterlippe strömt.

Jedoch kann die Akupressur auch ohne Bezug auf die Akupunkturpunkte in Form einer Massage durchgeführt werden. Eine Form der Akupressur wird bereits betrieben, wenn man intuitiv eine schmerzende Stelle massiert. Bei der Akupressur werden die philosophische Grundhaltung der TCN und eine strenge Systematisierung der manuellen Technik miteinander verbunden. Lokalisierte Schmerzbestimmungen und Verspannungen liegen somit im Zusammenhang. Gleichgewichtsstörungen der Lebensenergie, die z. B. durch Stress oder einen falschen Lebensstil hervorgerufen werden, können durch Druck und Reiben beseitigt werden.

Die Akupressur kann auch selbst durchgeführt werden, wenn man sich vorher bei einem Arzt über die genaue Lage der Druckpunkte informiert hat, um nicht unbeabsichtigt Schaden anzurichten. Die Akupunkturpunkte werden durch Drücken, Kneten, Reiben, Klopfen mit Fingern, Fingernägeln, Handkanten und -ballen sowie den Knöcheln stimuliert. Bei der Akupressur nimmt der Körper eine entspannte Haltung ein (liegend oder sitzend). Die Atmung ist tief und konzentriert. Die Behandlung sollte mental unterstützt werden. Die Massage beginnt vorsichtig mit langsamem und gleichmäßigem Druck. Bei bestimmten Erkrankungen, wie z. B. Krampfadern oder Thrombose sowie Herz-Kreislauf-Leiden sollte keine Akupressur durchgeführt werden. Am besten ist, dass man vorher ein klärendes Gespräch mit einem Arzt oder einem qualifizierten Therapeuten führt.

Formen der Stimulation

Drücken: Mit den Fingern, der Handkante oder den Knöcheln wird auf die Haut senkrecht ein gleichmäßiger Druck auf die Akupunkturpunkte ausgeübt. Durch den Druck sollte maximal ein leichter Schmerz entstehen. Der Punkt wird nun bei gleicher Stärke weiter gedrückt, bis der Schmerz nachlässt. Der Druck wird anschließend nur noch leicht ausgeübt. Die optimale Druckstärke und eine bessere Durchblutung werden durch ein leichtes Pulsieren im Gewebe angezeigt. Entspannend und beruhigend wirkt ein gleichmäßiger, längerer Druck von ungefähr 1 Minute. Aktivierend und stimulierend wirkt ein zunehmender und kürzerer von ca. 3 bis 5 Sekunden.
Kneten: Beim Kneten werden langsame, kreisende Knetbewegungen mit Daumen, Fingern oder Handballen am Bindegewebe und an den Muskeln ausgeführt. Das Massieren erfolgt dabei im Uhrzeigersinn und die Haut bewegt sich mit. Im Gegensatz zum Drücken sind die Bewegungen großflächiger. Die Muskulatur wird durchblutet, weshalb diese Form oft bei Verspannungen eingesetzt wird.
Reiben: Beim Reiben wird auf die Haut, durch schnelles Hin- und Herbewegen der flachen Hand bzw. Teilen von ihr, nur ein geringer Druck ausgeübt. Die Durchblutung der Haut wird oberflächlich angeregt.
Klopfen: Mit den Fingerspitzen, der Handkante oder der Faust werden ein bestimmter Punkt oder Körperbereiche beklopft. Die Haut, das Bindegewebe und die Muskulatur beruhigen sich durch schwaches Klopfen. Hingegen wirkt starkes Klopfen aktivierend.

Die Anwendungsgebiete

Die Akupressur wird angewendet bei Erkrankungen des Bewegungsapparates an Muskeln, Senden, Gelenken und Nervenbahnen. Sie hilft bei Spannung, Härte, Steifheit, Schmerzen und Sensibilitätsstörungen. Des Weiteren wirkt sie ebenfalls bei körperlichen sowie auch psychischen Beschwerden wie z. B. Kopfschmerzen, Verspannungen, Übelkeit, Nervosität, Reisekrankheit oder Schlafstörungen, Menstruationsbeschwerden oder Blutungsstörungen. Auch die Übelkeit bei einer Schwangerschaft kann mit Akupressur behandelt werden. Die Akupressur ersetzt natürlich eine ärztliche Behandlung nicht und ist der Akupunktur sehr ähnlich, wobei sie nicht so tiefgehend ist. Die Akupunktur ist die bereits am besten nach der Wirksamkeit untersuchte Richtung der Alternativmedizin.