Bei der Yoga-Philosophie wird das Individuum als Reisender in einem Wagen des materiellen Körpers gesehen. Der Wagen ist der Körper, der Kutscher der Verstand, die fünf Pferde sind die fünf Sinnesorgane und der Fahrtgast ist die Seele. Im indischen heißt das Geschirr „Yoga“.
Yoga gibt es vielen verschiedenen Formen, welche oft eine eigene Philosophie und Praxis haben. Einige Formen legen den Schwerpunkt auf die geistige Konzentration und andere eher auf die körperlichen Übungen und Postionen sowie Atemübungen. Durch Yoga soll ein Zustand innerer Einheit und Harmonie erreicht werden. Es folgt einem systematisch gegliederten und zielgerichteten Aufbau.
Jeder Praktizierende kann und darf seine Erfahrungen machen und den eigenen Weg finden. Zudem ist der Lehrer für den Schüler besonders wichtig, denn dieser sollte ihm mit Rat und gutem Willen zur Seite stehen. Eine Sachkundige Anleitung zum Erlernen von Yoga ist nötig, ein Selbststudium nicht möglich. Ausgeübt werden kann Yoga ca. ab dem zehnten Lebensjahr. Die einzige Voraussetzung ist, dass man dafür bereit ist, sich mit den Lehren auseinanderzusetzen und sich auf die Übungen einzulassen.
Der Mensch kann nicht durch äußere Einflüsse, sondern muss in sich selbst seine Ruhe und Erfüllung finden. Die Quelle unserer Wunschentstehung sollte gesucht werden. Der Beginn bzw. der Problemansatz liegt in der Selbsterforschung. Somit ist es möglich, Zufriedenheit durch einen selbst und nicht durch weltliche Güter zu erhalten. Neben der totalen Entspannung trägt Yoga aber auch nur zur körperlichen Fitness bei und verbessert u.a. auch die Atemübungen die Lungenfunktion. Bei Yoga geht es demnach um drei Ziele, die durch den Praktizierenden in verschiedenen Stufen erreicht werden können: Harmonisierende Wirkung: Die Verbindung von Körper, Geist und Seele wird harmonisiert, wodurch man einen Punkt der völligen Entspannung erreicht. Die Lebensenergie kann frei fließen, da Blockaden abgebaut werden. Unwohlsein kann beseitigt werden und der Bewegungsapparat wird gestärkt, wodurch Yoga auch bei Rückenproblemen sehr hilfreich ist. Zudem verhilft es zu neuer Energie, Vitalität und einer besseren Konzentration. Wahrnahme von eingeschlafenen Fähigkeiten: Durch Yoga kann auch Kreativität, Ausstrahlung und Charisma entwickelt werden. Nach einer längeren Übungszeit kann man das Kreisen der Lebensenergien in den Energiezentren (Chakras) und Energiekanälen (Nadis) wahrnehmen und auch lenken. Vereinigung des wahren Selbst und Bewusstseinserweiterung: Das erstrebenswerteste Ziel bei Yoga ist es, eine Einheit mit dem Selbst und dem kosmischen Bewusstsein zu bilden. Somit führt Yoga zur wahren Liebe und einem Gefühl von Einheit mit allem auf der Welt, also zu vollkommener Glückseligkeit.
Asanas
Asanas ist der Begriff für die Körperübungen. Diese Yoga-Stellungen entfalten ihre volle Wirkung, wenn man in ihnen eine zeitlang ausharrt, wodurch u. a. Muskelstärke und Körperbewusstsein entwickelt wird. Die Übung soll jedoch nicht unbequem werden. Vervollkommnet und gemeistert werden die Asanas durch die Konzentration auf das, was die Grenzen des Körperbewusstseins überschreitet.
Die Yoga-Arten
Hatha Yoga
Diese Yoga-Art ist im Westen am bekanntesten und wird auch am häufigsten praktiziert. Diese Art ist ein Übungsweg über den Körper, bei der sich Körperhaltungen und Atemtechniken harmonisch verbinden. Die Übungen beinhalten die energetische Struktur des Menschen. Verspannungen werden durch die Asanas wahrgenommen und gelöst. Zugleich werden die Wirbelsäule gestreckt, die Organe gekräftigt und die seelische Ausgeglichenheit sowie geistige Konzentration gefördert. Die Lebensenergie wird somit wieder aktiviert und zum Fließen gebracht. Es entwickelt sich ein erweitertes Körperbewusstsein und eine tiefe Ruhe des Gedankenflusses.
Karma Yoga
Karma Yoga ist das Yoga der Tat. Es ist also der Weg des Dienens ohne eigennützige Motive, aber wird getragen vom Sinn der individuellen Pflichterfüllung. Hierbei ist das Geheimnis die Entfaltung von Geschicklichkeit und Perfektion beim Handeln. Das selbstlose Arbeiten ist problemloser und motivationsreicher als das selbstsüchtige Arbeiten. Arbeitet man nicht für sich selbst, sondern handelt für andere Menschen, so wird der Geist befreit und man bemerkt die Wohltat des Karma Yoga.
Jnana Yoga
Jnana Yoga ist das Yoga des Wissens.
Bhakti Yoga
Unter Bhakti Yoga versteht man das Yoga der Hingabe und wird an Gott praktiziert. Es eignet sich für Menschen mit devotionalen Anlagen sowie Fähigkeiten. Emotionale Blockaden und Verunreinigungen werden beseitigt. Es verhilft zur Ich-Ergebung und zum Glauben an eine höhere Realität.
Raja Yoga
Raja Yoga ist das mentale Yoga. Es harmonisiert die geistigen, emotionalen und psychischen Anlagen einer Persönlichkeit. Diese wird von Zerstreutheit, Unbeständigkeit und von Turbulenzen des Verstandes sowie des Gemüts erlöst. Die potentielle Energie im Menschen wird geweckt.
Kundalini Yoga
Unter Kundalini Yoga versteht man das Yoga der Hingabe. Die latente kosmische Energie des Menschen wird geweckt. Dadurch versteht der Mensch die Geheimnisse der Natur und des Alls. Durch diese Yoga-Art werden alle exquisiten Erfahren im spirituellen Leben hervorgerufen.
Zudem gibt es noch das Ashtanga Power Yoga, Iyengar Yoga, Bikram Yoga und TriYoga.
Der Yoga-Lehrer
Ein guter Yoga-Lehrer sollte über ein gewisses Mindestmaß an persönlicher Reife verfügen und auch Kenntnisse vom Wesen des Menschen haben. Sein Weg sollte gefestigt sein und er sollte Yoga selbst bereits 2-3 Jahre praktizieren. Durch tägliche Mediation kann der Lehrer dem Schüler diese nicht nur vom Hörensagen erklären, was sehr hilfreich ist. Zudem sind gewisse pädagogische Grundprinzipien empfehlenswert.